Seite wählen

Kerngedanke

Ne­ben re­gel­mä­ßi­gen Dorf­fes­ten wa­ren Kreis­tänze und Tanz­bälle die Orte, wo sich junge Men­schen frü­her ken­nen­ler­nen konn­ten. Ob­wohl das Ken­nen­ler­nen quasi ne­ben­her ge­schah, wuss­ten un­sere Vor­fah­ren durch­aus wie man der Liebe ein we­nig nach­hel­fen kann, ohne sich in ihre gött­li­che, schick­sals­mä­ßige Be­stim­mung ein­zu­mi­schen.

Hinweis: Dieser Kerngedanke zum Fest wird derzeit überarbeitet bzw. erweitert. Das Fest der Liebe 2020 bringt erste Veränderungen mit sich. Es besteht die Frage, in welche Richtung das Fest der Liebe ggf. geöffnet werden soll und inwieweit es mehr der Bewusstseinsentwicklung anstatt der konkreten Partnersuche gewidmet werden soll. Hierzu sind Rückmeldungen über das Kontaktformular herzlich willkommen!

~

Warum so ein Fest?

Ob­wohl sich Män­ner und Frauen in All­tags­si­tua­tio­nen ei­gent­lich häu­fig über den Weg lau­fen, sind diese Be­geg­nun­gen of­fen­bar we­nig ge­eig­net mit­ein­an­der vom Her­zen her in Kon­takt zu tre­ten. Oft ist es so, dass sich die Men­schen in­ner­lich ab­ge­schot­tet ha­ben, sich un­ge­liebt oder ver­letz­bar füh­len, oder die Hoff­nung oder das Füh­len so­gar auf­ge­ge­ben ha­ben, so dass es dem Le­ben er­schwert wird je­man­den an­zu­zie­hen. An dem po­ten­ti­el­len Part­ner lau­fen wir wo­mög­lich re­gel­mä­ßig vor­bei und ge­wisse un­sicht­bare Bar­rie­ren ver­hin­dern es, sich zu er­ken­nen.

Al­lein schon weil auf dem Ken­nen­lern­wo­chen­ende nur Sin­gles an­rei­sen, ha­ben es die Schick­salsen­gel leich­ter als an ei­ner Su­per­markt­kasse, in der S‑Bahn oder im Be­rufs­all­tag. Ei­nige Vor­aus­set­zun­gen, ob je­mand z.B. grund­sätz­lich of­fen für eine neue Part­ner­schaft ist oder eine ähn­li­che (kom­pa­ti­ble) Le­bens­an­schau­ung hat, sind von vorn­her­ein ge­ge­ben. Ne­ben ein we­nig Glück und Ge­duld ist je nach Typ viel­leicht et­was Mut ge­fragt. Denn wer sich auf eine neue Liebe ein­lässt, muss ein Ri­siko ein­ge­hen. Aber über­leg mal: Kein Ri­siko ein­zu­ge­hen, wäre viel zu ris­kant!

In frü­he­ren Zei­ten gab es in un­se­rem Kul­tur­raum be­stimmte Bräu­che, um Mann und Frau zu­ein­an­der fin­den zu las­sen. Die Idee vom Fest der Liebe ist, die­sen al­ten Bräu­chen eine zeit­ge­mäße, neue Form zu ge­ben. Das Ken­nen­lern­wo­chen­ende soll da­für ei­nen ge­schütz­ten Raum schaf­fen. Alle Spiele und Tänze sind so ab­ge­stimmt, dass Nähe und Di­stanz in ei­nem acht­sa­men Ver­hält­nis ste­hen, etwa so wie bei ei­nem tra­di­tio­nel­len Tanz­ball. Noch bis in die 70er oder 80er Jahre des 20. Jhd. war es gang und gäbe sich beim Tan­zen ken­nen­zu­ler­nen. Diese freu­dige Art des Ken­nen­ler­nens – mehr über das (Körper-)Gefühl als über den Kopf – fin­det be­son­dere Be­rück­sich­ti­gung in der Pro­gramm­pla­nung.

Das Fest der Liebe lässt die al­ten we­di­schen Bräu­che für Part­ner­su­chende wie­der auf­le­ben und ver­leiht ih­nen ein neues Kleid. Um ein we­nig die Stim­mung wie­der­zu­ge­ben, die wir an­stre­ben, hier ein Zi­tat aus der Ro­man­buch­reihe „Ana­sta­sia” von Wla­di­mir Megre:

„Die Kin­der wuch­sen all­mäh­lich heran, und bald nä­herte sich der Zeit­punkt, an dem sie nach ei­nem Part­ner fürs Le­ben zu su­chen be­gan­nen. Um die­ses wich­tige Vor­ha­ben zu un­ter­stüt­zen, wur­den für die jun­gen Leute ver­schie­dene Spiele ver­an­stal­tet. Oft tra­fen sich die jun­gen We­drus­sen am Abend an ver­ein­bar­ten Plät­zen, meist nicht weit hin­ter dem Dorf­rand. Sie ent­zün­de­ten ein La­ger­feuer, un­ter­hiel­ten sich mit­ein­an­der und san­gen Lie­der. Und ein Mal pro Wo­che gab es eine ge­mein­same Feier, an der die Be­woh­ner von drei oder vier Sied­lun­gen gleich­zei­tig teil­nah­men. Auch bei die­ser ge­mein­sa­men Feier sa­ßen die Men­schen am La­ger­feuer, san­gen Lie­der und un­ter­hiel­ten sich mit­ein­an­der. Aber es wur­den da­bei auch Spiele ver­an­stal­tet, die den jun­gen Leu­ten hal­fen, die Liebs­ten oder den Liebs­ten für ihr Le­ben zu fin­den. Ober­fläch­lich be­trach­tet, wa­ren es ganz ein­fa­che Spiele, doch ge­rade in die­ser Ein­fach­heit war ein tie­fer Sinn ver­bor­gen.”

Ana­sta­sía, Band 8.2, S.121